Ausstellungen

Boddenlandschaft
Boddenlandschaft mit Wolke, 1957, Öl
Kulturhistorisches Museum Rostock

 

"Otto Niemeyer-Holstein - Spätwerk" Malerei und Grafik    14. 10. 2021 - 10. 4. 2022

bis auf weiteres kein Besucherverkehr, Museum ist geschlossen

Videos zur  Ausstellung, die am 11. Mai 2021 eröffnet wurde finden Sie unter dem Menüpunkt Filme.

 

 

Das Museum Atelier Niemeyer-Holstein, welches 1985 gegründet wurde, befindet sich in der Trägerschaft des Landkreises Vorpommern Greifswald. Atelier, Wohnhaus und Künstlergarten werden seitdem im Originalzustand erhalten. Anlässlich des 125. Geburtstages des Malers und Grafikers Otto Niemeyer-Holstein (1896-1984) möchte der Landkreis eine Festveranstaltung durchführen, zu der auch Vertreter des Bundes und des  Landes eingeladen sind.

 

Niemeyer-Holstein hat ein beachtliches künstlerisches Werk hinterlassen. Der Erste Weltkrieg und die daraus resultierende schwere seelische Verwundung prägten den Lebensweg Otto Niemeyer-Holsteins und der „Verlorenen Generation“ entscheidend. Für ihn war es ein grundlegendes Bedürfnis, mit vielen Künstlern in Europa in Verbindung zu stehen, befreundet zu sein und sich auszutauschen. Anzuerkennen ist auch, dass er sich als Künstler nie anpasste und seine Familie mit jüdischen Wurzeln couragiert durch die schweren Zeiten begleitete. Er hat den Anfeindungen seines Werkes durch die Nazis getrotzt und später der Staatssicherheit in der DDR seine Stirn geboten: „Ich will frei sein in der Kunst!“ Seinen künstlerischen Durchbruch erlebte er, als er anlässlich seines 65. Geburtstages in der Nationalgalerie in Berlin (Ost) ausstellen durfte.

 

Die Bundesregierung hat vor 20 Jahren entscheidend dazu beigetragen, dass das Museum durch eine bauliche Erweiterung eine Galerie als zentralen Teil des Museums erhielt und dadurch die Möglichkeit, wechselnde Ausstellungen zu präsentieren und zahlreiche Veranstaltungen durchzuführen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Museum seit vielen Jahren verlässlich und leistet hiermit einen unverzichtbaren Beitrag zur Erhaltung des Museums, welches zur Identifikation der Bürger des Landkreises Vorpommern Greifswald mit ihrer Region und deren Geschichte beiträgt und einen Anteil zur regionalgeschichtlichen und ästhetischen Bildung leistet. Darüber hinaus ist das Museum ein touristischer Anziehungspunkt der Insel Usedom. Gelegen an der schmalsten Stelle, zwischen Ostsee und Achterwasser, in freier Landschaft, ist „Lüttenort“ ein Ort der Kultur, ein Refugium in dem sich Kunst und Natur begegnen.

 

Der Maler Otto Niemeyer-Holstein soll zu seinem Geburtstag mit einer Ausstellung seiner Werke aus der späten Schaffensphase gewürdigt werden, mit Leihgaben des Landes Berlin, des Angermuseums Erfurt, der Moritzburg Halle, des Museums der bildenden Künste Leipzig, des Kulturhistorischen Museums Rostock und des Stralsund Museums sowie aus Privatbesitz.  

 

Ende der 1960er Jahre beginnt für Otto Niemeyer-Holstein ein neuer Abschnitt in seinem künstlerischen Schaffen: das Spätwerk, ohne dass genau festgelegt werden könnte, ob es einen besonderen Anlass dafür gab. Die Arbeiten von Niemeyer-Holstein werden abstrakter, informell, verdichtet, großformatig. 1971 ereilt den 75- jährigen Künstler ein Herzinfarkt, danach bleibt ONH bis zu seinem Tod 1984 künstlerisch aktiv. Es folgen zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, 1974 der Nationalpreis der DDR II. Klasse und die Mitgliedschaft in der Akademie der Künste, Berlin. Zur selben Zeit (1970-84) wird eine Personenobservierung durch die Staatssicherheit durchgeführt, was den Künstler nicht davon abhält, vielfältige Kontakte, Freundschaften mit bildenden Künstlern, Schriftstellern, Musikern und Schauspielern zu pflegen.

 

Otto Niemeyer-Holstein – Spätwerk - Malerei und Graphik

 

Das Atelier Otto Niemeyer-Holstein zeigt ab dem 14. Oktober 2021 Malerei und Graphik aus dem Spätwerk des Künstlers. Ende der 1960er Jahre beginnt ein neuer Abschnitt im künstlerischen Schaffen von Otto Niemeyer-Holstein: das Spätwerk. Die Arbeiten werden abstrakter, informell, verdichtet, großformatig. Besonders das zeichnerische Oevre, welches Niemeyer-Holstein spät entwickelt, zeigt eine besondere Frische und Abstraktion. Der Maler, der auch beim Zeichnen mit Kohle von der Farbe ausgeht, verlängerte den Kohlestift mit Rohrfedern um 30 bis 40 cm und führte den Kohlestift wie einen Pinsel über das Papier. Dadurch entsteht ein einmaliger Duktus, der die Handschrift des Malers Otto Niemeyer-Holstein unverkennbar macht.

 

1971

Aus Anlaß des 75. Geburtstages Ausstellungen u. a. in Rostock und Greifswald.

Das Gemälde „Abbröckelnde Mauer“ erregt vor dem 10. Jahrestag des „Mauer“-Baus den Argwohn staatlicher Behörden; der Künstler verweigert das Abhängen des Bildes. 

Schwere Erkrankung: Herzinfarkt.

Bis zu seinem Lebensende 1984 entstehen 1767 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken.

1972           

Tod des Freundes Otto Manigk.

ONH verbrennt das Segelschiff „Orion“. Kontinuierliche Fortführung des von Annelise Niemeyer in den 1930er Jahren begonnenen Gesamtwerkverzeichnisses durch Doris und Helmut Soldner (Leipzig).

Ausstellung im Museo Comunale in Ascona sowie (gemeinsam mit Theodor Rosenhauer und Gustav Weidanz) in der Akademie der Künste Berlin.

1973  

ONH setzt sich für die Realisierung einer umfassenden Retrospektive seines Freundes Otto Manigk in der Kunsthalle Rostock ein.

1974

Nationalpreis für Kunst (II. Klasse); mit der Dotation kauft der Künstler die Windmühle in Benz auf Usedom, die er restaurieren läßt und der Öffentlichkeit zugänglich macht. Ausstellung aus dem Gesamtwerk seit 1945 im Albertinum, Dresden, und in der Kunsthalle Rostock.

1975

ONH ersucht das internationale Komitee der Biennale der Ostseeländer um Entpflichtung von der Präsidentschaft; Wahl zum Ehrenpräsidenten.                   

Ausstellung in Uppsala.

1976

Nationalgalerie Berlin: Arbeiten aus sechs Jahrzehnten.

Ausstellung aus dem Gesamtwerk in Bukarest.

Fernsehfilm: „Signiert links unten: ONH“ (Szenarium Rudolf Mayer, Regie Ulrich Teschner, Kamera Ernst Hirsch).           

Der Künstler verweigert der Presse eine zustimmende Erklärung zur Ausbürgerung Wolf Biermanns.

1977

Tod der Schwester Annemarie.

Ehrung mit dem „Stern der Völkerfreundschaft“ in Gold für sein völkerverbindendes Wirken im Rahmen der Ostsee-Biennale.

1978           

Verstärkte Hinwendung zu graphischen Techniken; in kurzer Folge entstehen viele Radierungen unterschiedlicher Genres, zum Teil zusammengefaßt in einer Kassette der eikon Grafik-Presse, Dresden.

In dem ausführlichen Katalog zur Ausstellung „Monte Verità – Berg der Wahrheit“ in Ascona und West-Berlin (Akademie der Künste) findet  sich (von Theo Kneunbühler) eine  absurde Einschätzung zweier Maler der ehemaligen Gruppe „Der Große Bär“: „Frick und Niemeyer sahen ihr Ziel in einer Veränderung der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Kunst war zweitrangig, obwohl sie als Maler tätig waren.“ Erklärt wird die Sottise durch die vorausgeschickte Fehlinformation: „Nach 1945 wurde er [ONH] Bürger der Deutschen Demokratischen Republik.“

1979           

Zu den für den Künstler besonders wichtigen Beteiligungen dieses Jahres gehören Ausstellungen in Berlin, Schwerin, Schleswig, Fredrikstad (Norwegen), Aarhus (Dänemark), Ascona (Schweiz), Mexico City. 

1980           

Tod des Bruders Johannes.

Es erscheint das „Werkverzeichnis der Druckgrafik“ von Gudrun Schmidt; ergänzte Fassung von Irene Sohler und Ernst Lau 1989.

Das französische Fernsehen „Antenne 3“ dreht gemeinsam mit dem DDR-Fernsehen in Lüttenort für einen Dokumentarfilm.

1981

Aus Anlaß des 85. Geburtstages zeigt die Kunsthalle Rostock eine umfassende Auswahl aus dem Gesamtwerk. Weitere Ausstellungen in Erfurt, Halle (Saale) und Lübeck. Beteiligungen in Aarau (Schweiz), Tokio, Wien, Prag, Bratislava und Gent.

1982

Reisebilder im Alten Rathaus Potsdam; der Künstler übereignet der Stadt 44 Ölskizzen, 6 Aquarelle und Studien sowie 20 Graphiken.

Die Kunsthalle Rostock erhält als Teil einer weitergehenden Bestimmung 87 Ölbilder, sowie Zeichnungen und die komplette Druckgraphik.

Unter dem Titel „Das Meer“ bringen der Leipziger Reclam-Verlag und die Büchergilde  Gutenberg in Frankfurt am Main (Grafik-Edition XII) sechs Holzschnitte der Jahre 1927 und 1957 in Original-Handabzügen als Mappenwerk. Außerdem erscheinen, herausgegeben von Detlef Hamer, „Strandspaziergänge“, Faksimileblätter aus einem Skizzenbuch.                 

Fernsehfilm: „...und der Strand ist meine große Geliebte“ (Ein Film von Bärbel Walter, Klaus Reutermann, Anna Krzižek, Rainer Burmeister, Konzeption und Fachberatung Helmut Soldner).

1983           

Mappenwerk in der eikon Grafik-Presse Dresden: 12 Blätter Vernis mou und eine Durchdruckzeichnung. Rudolf Mayer veröffentlicht im Henschelverlag Berlin eine neue, vom Künstler autorisierte Monographie.

Abschluß der Interviews zu dem Buch „Lüttenort“.

1984

Die letzte Ausstellung zu Lebzeiten des Künstlers: Aquarelle in der Foyer-Galerie des TIP-Theaters Berlin; Eröffnung durch die Schauspielerin Inge Keller.

Der Künstler beginnt, bereits partiell gelähmt, ein Selbstbildnis in Öl, das unvollendet bleibt. Tod am 20. Februar 1984 in Lüttenort; Beisetzung am 24. Februar auf dem Friedhof in Benz auf Usedom.

Letzte noch von ONH konzipierte Ausstellung in der „Galerie oben“ Karl-Marx-Stadt (Chemnitz).

Annelise Niemeyer befürwortet den noch mit dem Künstler diskutierten Plan eines Galeriebaus nach dem Entwurf der Dresdner Architekten Siegbert Langner von Hatzfeldt und Heinz Schönwälder sowie den Abschluß des Manuskripts der Lebenserzählungen des Malers nach Einfügung einiger ergänzender Erzählpassagen Dritter (Freunde und Mitarbeiter). Sichtung der Briefe für eine spätere Auswahlpublikation.

Tod Annelise Niemeyers am 5. Oktober 1984; Beisetzung an der Seite ihres Mannes.

 

Einblick in die aktuelle Ausstellung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einblick in die aktuelle Ausstellung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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