Wanderung auf seinen Motiven

Auf dem Weg zwischen Koserow und Lüttenort, dem Anwesen des Ma­lers Otto Niemeyer-Holstein (1896-1984) wurden an sechs Standorten Gemäldereproduktionen von Werken des Malers errichtet. Sie befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den jeweiligen Motiven, vor denen sie entstanden sind. Ein Vergleich zwischen Motiv und Kunstwerk ist er­wünscht.
Durch intensive Küstenschutzmaßnahmen, sind heute die Hänge des Streckelsberges wieder bewaldet. (1)

1 Otto Niemeyer-Holstein Am Streckelberg, 1965
1 Otto Niemeyer-Holstein
Am Streckelberg, 1965,
Öl auf Leinwand, 55,0 x 80,0 cm,
Besitz: Museum Atelier Niemeyer-Holstein
Otto Niemeyer-Holstein Usedomer Strand im Winter, 1964
2 Otto Niemeyer-Holstein
Usedomer Strand im Winter, 1964,
Öl auf Kapok, 49,5 x 69,5 cm,
Besitz: Museum Atelier Niemeyer-Holstein

 

Buhnen und Deiche dienen dem Schutz der Küstenlandschaft, besonders hier an der schmalsten Stelle der Insel Usedom, die sich zwischen Koserow und Zempin befindet. (3, 4 + 6)

Otto Niemeyer-Holstein Buhnenpfähle 11, 1971
3 Otto Niemeyer-Holstein Buhnenpfähle II, 1971,
Öl aufLeinwand, 93,0 x 131,5 cm,
Besitz: Museum Atelier Niemeyer-Holstein
Otto Niemeyer-Holstein Deich-Straf3e im Winter
4 Otto Niemeyer-Holstein
Deich-Straße im Winter, 1965,
Öl auf Kapok, 70,0 x 90,0 cm,
Besitz: Museum Atelier Niemeyer-Holstein

 

Hier trennen nur dreihundert Meter Land Ostsee und Achterwasser voneinander.
Das Grundstück, das Otto Niemeyer-Holstein 1933 an dieser Stelle erwarb, war damals unbewohntes Ödland ohne Vegetation. Der Hafen am Achterwasser war Ankerplatz für den legendären Zweimaster „Orion“, mit dem der Künstler bis Schweden und Dänemark segelte. Der Strand wurde seine „große Geliebte“, wie Niemeyer-Holstein es formulierte. (2)
„Die Malerei Otto Niemeyer-Holsteins gewann in den fünfziger Jahren eine solche Kraft, daß sie, etwa gleichbedeutend den Werken der Dresdner Rosenhauer, Kretzschmar, Wigand und Glöckner, als ein Grundpfeiler der humanistischen Kunst in der DDR empfunden wurde …
Als eine Sonderleistung der Niemeyerschen Malerei erweist sich jeder Heimattümelei die Darstellung der Ostseeküste. In diesen Bildern hat der Maler sein Bestes gegeben. Sie zeigen Niemeyer-Holstein auf der Höhe seines Könnens. Natureindruck ist in solchen Bildern, die wie eine hohe Schule der Malerei anmuten, vollkommen umgesetzt in Kunst. Das Motiv ist in der Sprache der Farben vergeistigt. Obgleich die Naturbeobachtung sichtbar bleibt, verliert das Objekt seine gegenständliche Direktheit zugunsten einer Aussage, in der eine feingeistige Interpretation dominiert. Diese Malerei, inspiriert von der Grenzwelt zwischen Land und Meer, weist zuvörderst auf sich selbst und erst dann auf den Gegenstand, den sie darstellt.“ (Prof. Dr. Lothar Lang in „Malerei und Grafik in Ostdeutschland“, Leipzig 2002)

Otto Niemeyer-Holstein Ablage im Schnee
5 Otto Niemeyer-Holstein
Ablage im Schnee, Lüttenort, 1953,
Öl auf Leinwand, 63,0 x 8l,0 cm,
Besitz: Museum Atelier Niemeyer-Holstein
Otto Niemeyer-Holstein Landschaft - Deich, 1973
6 Otto Niemeyer-Holstein
Landschaft - Deich, 1973,
Öl auf Hartfaser, 33,0 x 45,0 cm,
Besitz: Museum Atelier Niemeyer-Holstein

 

Die Ablage diente vor einhundert Jahren als Wirtschaftshafen zur Versorgung der Inselmitte mit Baumaterial. (5) Die Gefahr einer Überflutung war ständiger Begleiter. Eine Sprengung bedrohte 1945 das Anwesen, das im Grenzbereich des Sperrgebietes der Heeresversuchsanstalt Peenemünde (1937-45) lag. Bis zu seinem Tode schuf der Maler ein Refugium, in dem sich Kunst und Natur unmittelbar begegnen. Seit 1985 wird Lüttenort als Museum in seinem Originalzustand bewahrt und als Ort der Begegnung erhalten und mit Leben erfüllt.
Otto Niemeyer-Holsteins künstlerische Entwicklung begann seit 1917 in der Auseinandersetzung mit den Strömungen und Stilrichtungen des frühen 20. Jahrhunderts. Besonders der Expressionismus und die neue Sachlichkeit beeinflussten Otto Niemeyer-Holstein wesentlich – bis ins Spätwerk. Unmittelbaren Eindruck auf den jungen Maler, der als Autodidakt begann, übte die Begegnung mit Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin und Arthur Segal im Tessin, in Ascona aus.

 

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Karte: Wanderung auf seinen Motiven
Mit Genehmigung des Verlags Steffen Media
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